Der letzte Artikel dieses Jahres ist natürlich dem Weihnachtsfest gewidmet, das in uns Vorfreude und Grauen gleichermaßen hervorrufen kann. Natürlich ist ihm in der Zeitschrift Film und Frau von 1957 ein besonders ausführliches Kapitel gewidmet und hierbei werden alle Aspekte des Festes bedacht, vor allem natürlich Schenken und Essen.

Über das Schenken zerbrechen sich viele jedes Jahr wieder den Kopf und es ist klar, dass ein schönes Geschenk nicht teuer sein muss, solange es nicht billig aussieht. Oft sind selbstgemachte Geschenke die liebenswürdigsten, z.B. ein selbstgestrickter Schal, ein individueller Schutzumschlag für Bücher oder schlichtweg Leckereien wie Marmelade oder Pesto aus der eigenen Küche - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und es gibt im Internet viele Anleitungen zum Selbermachen.

Schön sind natürlich auch Geschenke von denen wir lange etwas haben, weil sie qualitativ hochwertig sind. Meist haben diese Dinge auch ihren Preis, aber sie lohnen sich eben. Ein schönes Schreibgerät etwa, das man lange Jahre bei sich tragen kann oder ein elegantes Zigarettenetui. In früheren Zeiten hat man zu Weihnachten auch gern Dinge wieder geschenkt: Kaputtes Spielzeug wurde zu diesem Anlass repariert, Kleidung auf oder umgearbeitet. Eigentlich ist das doch eine schöne Sache, denn sie nimmt dem oder der Beschenkten Arbeit ab, die sonst gerne aufgeschoben wird und gibt den Dingen ein neues Leben.

Einige Geschenke- und Dekotipps sind in der oben genannten Zeitschrift in folgende hübsche Erzählung verpackt:
„Vier Augenpaare strahlen, und vier Herzen schlagen vor Überraschungsfreude, denn zur Abwechslung wartet neben dem Familienbaum im Bescherungszimmer auf jeden ein eigenes Christkindelsbäumchen, nicht nur mit individueller Note herausgeputzt: Für den Hausvater, den leidenschaftlichen Pfeifenraucher, hängt das Bäumchen voller Tonpfeifen. Und da sich Papa außer für blauen Pfeifendunst auch für Fischen, Jagen, ferne Völker, Zeiten und Briefmarken interessiert findet er fesselnde Bücher zum Schmökern unter seinem Tannengrün (samt Leseglas , versteht sich!), daneben den schon lange begehrten neuen Feldstecher, ein herrliches Philatelisten-Etui, einen zünftigen Stiefelanzieher, an dem selbst Hubertus seine Freude gehabt hätte, eine hölzerne Fischplastik. Den finsteren Dinosaurier hat der dankbare Sohn dem Papa kunstvoll aus Ton modelliert.“ Vati scheint einige urige Hobbies zu haben... Was aus dieser Passage aber auch ersichtlich wird: Es muss nicht immer nur schön sein, man kann auch praktisch schenken. Wer wünscht sich nicht, einen Stiefelanzieher unter den Weihnachtsbaum? Scherz beiseite, tatsächlich ist die Nutzung eines Schuhanziehers eine sehr Schuh schonende Sache. Bei Manufaktum
habe ich Schuhlöffel gefunden, die sicherlich ein ganzes Leben lang halten und viele Schuhpaare überleben. Und für den Bücherwurm und Philiasten (= Briefmarkensammler ich musste erstmal nachschlagen), dessen Augen geschont werden sollen, gibt es heutzutage hübsche Modelle und eine schier unendliche Auswahl an Lupen. Auf Ebay zum Beispiel habe ich ein schönes Stück mit Perlmuttgriff erspäht.
„Mutter kennt des Hausherren strenge Grundsätze:
Wem jeder Wunsch immer sofort erfüllt wird, der hat bald keine Freunde mehr. Und:
Man muß ein ganzes Jahr lang oft
Nein sagen können, wenn man zu Weihnachten recht oft
Ja sagen möchte! Dreihundertfünfundundsechzig Tage lang hat ER der Gattin jeden Wunsch von den Augen abgelesen aber keineswegs immer erfüllt! Doch heute liegt das nun alles unter dem rosengeschmückten Gabenbäumchen: Die Krokodilledertasche! Das Theaterglas! Der Schmuck! Das Schildplatt-Zigaretten-Etui! Der Glasvogel und die Lampe aus Murano. Ja, so eine Krokodilledertasche ist schon recht schick, aber immer noch am schönsten, wenn sie schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat, denn schließlich sollte heute kein Kroko mehr dafür sterben müssen. Auf dawanda finden Sie sie sicherlich die richtige gebrauchte Handtasche, es gibt aber auch neue Modelle in Fake-Kroko zum Beispiel bei www.luckylola.de Das elegante Zigaretten-Etui finden Sie sicher schon beim Tabakhändler ihres Vertrauens, aber auch alte Etuis versprühen einen ungeheuren Charme. Bei Ebay oder Etsy werden Sie auf jeden Fall fündig. Gerade für Damen hat man sich in früheren Zeiten sehr ökonomische und aparte Handtaschen oder kleiner Behältnisse ausgedacht um alles unterbringen zu können was man als Vamp so braucht: Lippenstift, Kamm, Puder und Kippen ;-)

„Töchterchen Sabine klatscht vor Entzücken wie ein Kind in die Hände. Dabei ist sie schon 17!
Mein erster Lippenstift! Und eine silberne Puderdose! Sie wagt es kaum zu denken:
Darf ich mir denn jetzt wirklich die Lippen ?

Vati und Mutti nicken gewährend. Und Sabinchen tanzt beseligt mit dem Lippenstift vor dem Spiegel, zieht sich eines der Zierlichen Perlonpantöffelchen über, kramt in dem neuen Reise-Necessaire, hält sich den Modeschmuck an, hängt die Handtasche aus Samischleder über den Arm und küßt dann stürmisch Mutti, Vati.“ Süß das Sabinchen.

Mit einem Lippenstift kann man heute zwar sicher keine 16jährige mehr zu solchen Jubelattacken bewegen, aber dennoch sicher vielen Damen eine große Freude machen. Und zu Weihnachten kann es schon einmal eine elegantere Version sein. Reise-Necessaires sind auch ein schönes Geschenk und gerade alte Exemplare sind sehr praktisch, da dort alles seinen Platz hat: Seife, Puder, Bürste... Für bequeme Damen-Pantoffeln kann ich Ihnen nur einmal mehr die Puschelpantoffeln von Helmut Trunte empfehlen, die schick und sehr bequem sind und die man einfach bei Amazon bestellen kann.

Nachdem die Bescherung nun vorbei ist, wird ja in der Regel gegessen. Wie davor und danach auch. Falls Sie noch nicht wissen, was genau verzehrt wird, lassen sie Sich doch vom Jahr 1957 inspirieren: „Einige Menüvorschläge für die Weihnachtszeit Wir speisen am Heiligen Abend: Eiersalat mit Paprikamark / Karpfen blau, Sahnenmeerrettich, Petersilienkartoffeln, frische Butter oder: Karpfen polnisch mit Salzkartoffeln / Mohnpielen. (…) Am 1. Feiertag gibt es zum Mittagessen: Doppelte Kraftbrühe / Langustenwürfel im Mandarinenkörbchen, Toast mit Butter / Putenbrust, gebraten. Bananenreis mit gemandelten Apfelscheiben / Orientalischen Obstsalat mit Weinschaum. (…) Am 2. Feiertag gibt es zum Mittagessen: Fruchtcocktail / Lachs und Ketakaviar auf Toast / Hasenrücken, gespickt, in Sahne. Dazu Schaumkartoffeln, Rotweinkraut, Preißelbeeren, Senffrüchte / Überbackene Ananas. (…)“ Ich finde ja, das klingt alles sehr lecker und nach sehr viel Arbeit. Außerdem kann man danach wahrscheinlich ins neue Jahr rollen. Dennoch! Schreiben Sie mir, liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie eines der Rezepte genauer kennen lernen möchten!

Wir kommen zum Schluss des letzten Artikels für dieses Jahr und auf diesem Blog. Ich wünsche Ihnen allen eine schöne Weihnachtszeit und natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr! Im Januar wird es dann auch neuen Lesestoff auf der neuen Seite dieses Blogs zu lesen geben: www.salonlabizarre.de. Für kurze Zwischenmeldungen meinerseits, Fragen und Feedback Ihrerseits, bitte kontaktieren Sie den Salon Labizarre auf Facebook, Twitter und Instargram ;-)

Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Kommentare

This has made my day. I wish all pogitnss were this good. http://mhogilgsta.com [url=http://mzuhsimp.com]mzuhsimp[/url] [link=http://twndeude.com]twndeude[/link]
geschrieben am Sun, 22 May 2016 06:30:24 von January
You have more useful info than the British had colonies prWIWeI-.
geschrieben am Sun, 22 May 2016 02:49:01 von Ireland
I can't beviele I've been going for years without knowing that. http://pnyakuiwgmf.com [url=http://vwzpclmnofv.com]vwzpclmnofv[/url] [link=http://pkdivpg.com]pkdivpg[/link]
geschrieben am Sat, 21 May 2016 08:43:41 von Fats
The hosnety of your posting shines through
geschrieben am Fri, 20 May 2016 14:13:12 von Jayhawk
Action requires knwedolge, and now I can act!
geschrieben am Fri, 20 May 2016 01:16:13 von Lefty

Kommentar hinzufügen