Damit Sie vor dem 2. Teil des Berichtes zum Wave-Gotik-Treffen noch ein wenig auf die Folter gespannt werden, liebe Leser, lesen Sie nun das Wort zum Monat Juli aus der Zeitschrift Bild und Frau von 1957:

"JULI

Astrologisch: Die Sonne tritt in das Tierkreiszeichen des Hundes.

Am 23. ist Hundstagsanfang, und das ist böse, denn der Sirius meint es nicht gut mit der Liebe. Einstmals wurde allen Eheleuten geraten, vom 23. Juli bis zum 23. August (Hundstagsende) das, "waz man nennet bettespil", zu unterlassen. Trotzdem war der 26. früher in äußerst beliebter Hochzeitstag. Und alle Sitzengebliebenen flehten an diesem Tage zur heiligen Anna: "Gib alle Meitschi Manner!" - Die Wiener feierten ihr Annenfest mit Raketen und Serenaden, und die jungen Männer hatten an diesem einen Tag des Jahres die Erlaubnis, der Angebeteten galante Geschenke zu machen - z.B. ein Strumpfband. Rutschte später ein solches Strumpfband, so wußte die Besitzerin: "ER denkt an mich!" Am 26. Juli rupfe man mit verbundenen Augen in einem Gemüsegarten einen Weißkohlkopf aus der Erde, mitsamt der Wurzel! Ist die Wurzel gerade, so wird's auch der Zukünftige sein. Ist sie dagegen krum... Aber wenn recht viel Erde an dem Wurzelstock geblieben ist, dann macht die Krummheit überhaupt gar nichts: Dann ist ER nämlich steinreich!"

Ach ja, die Liebenden... wenn das Stumpfband rutscht, denkt er an mich.... dabei ist ein rutschendes Stumpfband in erster Linie nervig! Man kann auch alles romantisch verklären. Und was ist das bitte mit dem Wurzelstock, liebe Leser? Ich enthalte mich voll Anstand ;-)

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