Heute darf ich Ihnen, liebe Leser ein neues Format auf diesem Blog vorstellen, das sich mit dem Medium Film befasst. Dabei werden abwechselnd alte und moderne Filme vorgestellt.

Wir beginnen mit dem Film „Premiere“, der 1937 in Wien uraufgeführt wurde und der zugleich der erste deutschsprachige Film von Zara Leander ist. Er wurde vor allem in Wiener Film Studios gedreht und ist ein Revue-Film mit Musik und Tanz, sowie eine beschwingte Mischung aus Romanze und Krimi. Im Illustrierten Film-Kurier Nr. 1622 sind die wichtigsten, an der Produktion beteiligten Personen aufgelistet und dabei handelt es sich um eine wirklich namenhafte Crew.

Dr. Max Wallner, der das Drehbuch schrieb, produzierte viele Librettos für Operetten und Drehbücher in den 30er Jahren. Er war es auch der den Text zum Lied "„Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei"“ schrieb, das sicher vielen bekannt ist und von Lale Andersen interpretiert wurde. Der Regisseur Geza von Bolvary war gebürtiger Ungar und schuf von 1920 bis 1958 eine beträchtliche Anzahl von Unterhaltungsfilmen. Willi Schmidt-Gentner, der für die musikalische Leitung verantwortlich zeichnete, war einer der erfolgreichsten deutschen Filmkomponisten seiner Zeit und arbeitete bis zu seinem Lebensende in Wien.

Kommen wir zum Inhalt. Zara Leander ist in der weiblichen Hauptrolle der Carmen Daviot zu sehen und mit sonorer Stimme zu hören. Sie verkörpert im Film den aufsteigenden Star einer Revue, die im „Wiener Revuetheater“ gezeigt wird. Im Film-Kurier ist zu lesen: „

Im Wiener Revuetheater“ steht das neue große Ausstattungsstück vor der Uraufführung. Das elegante Wiener Publikum füllt langsam die prachtvollen Räume und wartet gespannt auf den Anfang der neuen Revue, in der sich ein neuer Star – Carmen Daviot – neben dem beliebten Fred Nissen vorstellen soll.“ Der schneidige Fred Nissen wird gespielt von Karl Martell, der mehrfach mit Zara Leander in Filmen auftrat und als ihr idealer Filmpartner gehandelt wurde. „Hinter der Bühne herrscht die übliche Premierennervosität. Der Direktor hat sich in sein Bureau zurückgezogen, weil er mit den Autoren noch über eine kurze Änderung verhandeln will. – Da erscheint aufgeregt Lydia Loo, die den Finanzier des Theaters, Reinold, zu sprechen wünscht. – Reinold war jahrelang der Freund Lydias, sie hat ihm vielfach dabei geholfen, daß er Riesensummen verdiente, und glaubte, daß er das Theater eigentlich nur erworben habe, um ihr den künstlerischen Rahmen zu geben, den sie sich wünschte und den sie als Künstlerin glaubt beanspruchen zu können. – Reinold hat sich aber inzwischen in Carmen verliebt und Lydia einfach beiseite geschoben.“

Lydia Loo wird gespielt von Maria Bard, die nur 44 Jahre alt wurde. Sie ist im Film die abgehalfterte aber immerhin bewaffnete Bühnendiva und trägt im Übrigen bei ihrem Auftritt im Film eine atemberaubend leichte Bluse angesichts derer einige unter Ihnen, liebe Leser, dahin schmelzen werden ;-) Ohne nun zu viel verraten zu wollen: Reinold ist derjenige, der im Film eine elegante Leiche abgeben wird. Doch ist es nun wirklich die zürnende Lydia Loo, die ihn während der Revuevorstellung, von denen der Zuschauer lange Sequenzen zu sehen bekommt, umbringt? Dieser Frage geht im Film der „Polizeikommissär“ Dr. Helder nach, gespielt von Attila Hörbiger, dem Spross einer Schauspielerfamilie und seinerzeit beteiligt an unzähligen Produktionen. Zufällig ist er mit seiner Frau Mutter im Theater (der schönste Filmfehler ist hier gleich zu Beginn des Films zu finden, Stichwort Haarnetz). Als ihn der Direktor alarmiert ruft auf dem kurzen Dienstweg einen Untersuchungsstab zum Todesfall Reinold zusammen und ermittelt fortan mit gestrenger Miene hinter den Kulissen. Dabei ist es auch kein Problem, die Ausgänge des Theaters zu schließen, sodass niemand hinaus kann, bis der Schuldige gefunden ist…. Und was ist die Liebesgeschichte? Die spielt sich natürlich zwischen Carmen Daviot und Fred Nissen ab, die wohl schon einmal zusammen waren und nur dank Fredis Eifersucht auseinanderkamen. Die Texte der Lieder in der Revue spiegeln hier auch immer ein wenig die Gefühlslage der beiden wieder. So entspinnt sich im Groben die Handlung zwischen Bühne und Hinterzimmern. Einer meiner Lieblingscharaktere, der Inspizient Dornbusch, wird von Theo Lingen gespielt. Er verkörpert herrlich den aufgeregten und immer rotierenden Inspizienten, dessen Kommunikation mit allen nur in knappen Stichworten verläuft und der es seiner aktuellen Flamme aus der Gruppe der Revuetänzerinnen nie so wirklich recht machen kann.

Hier können Sie den Film in ganzer Länge sehen:

Nach dem Film werden Sie sicher auch einige Ohrwürmer haben, deren Texte sich im Film-Kurier abgedruckt finden. Dazu gehört natürlich das melancholisch-schwermütige "„Ich hab vielleicht noch nie geliebt"“ oder das beschwingtere "„Merci, mon ami, es war wunderschön".“

Kostüme und Frisuren in alten Filmen finde ich immer sehr inspirierend. Die atemberaubenden Bühnenkostüme von Frau Leander sind natürlich besonders ausgefallen und sollen auf die Ferne und im Trubel der Tänzer Effekt haben. Außerdem müssen sie ja auch im Schwarz-Weiß-Film wirken, Kontraste und große grafische Muster sind daher die gewählten Effekte.

Mehr zur Mode dieses Films können Sie in meinen Artikeln zur Damen- und Herren Mode nachlesen.

Wie gefällt Ihnen der Film, liebe Leser? Welches sind Ihre Lieblingsdarsteller und –Szenen? Haben Sie bestimmte Lieblingsoutfits? Madame LaBizarre ist gespannt auf Ihre Kommentare auf allen Kanälen!

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Kommentare

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