Irgendwie sind Filme, die in zwielichtem Milieu spielen doch besonders aufregen, oder?

Mit "Das Mädchen Irma La Douce" darf ich Ihnen, liebe Leser einen schmissigen und witzigen Film aus den frühen 60er Jahren vorstellen und wärmstens empfehlen. Im Gegensatz jedoch zu "Das Mädchen Rosemarie", ein Film, den ich hier im letzten Jahr vorgestellt habe, gibt es (fast) keine Toten und auch keine Gesellschaftskritik, dafür umso mehr Irrungen, Wirrungen und Slapstick.

„Die Rue Casanova gehört zu den unromantischsten Straßen von Paris. Hier – dicht bei den großen Markthallen – gehen die Töchter der professionellen Liebe ihrem uralten Gewerbe nach. Die Erfolgreichste von ihnen ist Irma La Douce […] (Shiley Mc Laine) Wie alle andern Mädchen besitzt auch sie einen „Beschützer“ den brutalen Hippolyte (Bruce Yarnell) – genannt der „Ochse“ – der Irmas tägliche Einkünfte kassiert. Im Bistro von Moustache (Lou Jacobi), einem heruntergekommenen Philosophen von zweifelhafter Herkunft, finden sich die Mädchen mit ihren Beschützern allmorgendlich ein, um sich dort u.a. mit den für ihr Stillschweigen und ihre Toleranz bestochenen Gesetzeshütern zu verständigen. Eines Tages wird dem verrufenen Stadtbezirk ein ebenso junger wie naiver Polizist zugeteilt. Nestor Patou (Jack Lemmon) ist über die dort herrschenden Zustände so entsetzt, daß er ohne höhere Anordnung spontan eine Razzia durchführt und alle Mädchen samt ihren Kunden in die Grüne Minna verfrachtet. Als Nestor seine Beute in dem zuständigen Revier abliefern will, stellt sich heraus, daß er bei dem großen Fischzug auch Polizeiinspektor Lefevre (Herschel Bernardi) eingefangen hat. Ohne Erbarmen wird Nestor daraufhin gefeuert.“

Der arme Ex-Polizist kehrt desillusioniert in die Rue Casanova zurück, um sich dort bei Moustache einen Trost-Schnaps zu gönnen und vielleicht auch die süße Irma wieder zu sehen. Dabei legt er sich mit ihrem Zuhälter Hippolyte an und nach einer eben so langen, wie witzig an zu sehenden Schlägerei, erwählt Irma nun Nestor zu ihrem „Mec“. Wie sich das mit ihrem Gewerbe vereinbaren lässt und welche verhängnisvollen Maßnahmen sich Nestor einfallen lässt, das sehen Sie am besten selbst, liebe Leser.

In dem hier zitierten Film-Kurier gibt es noch weitere Informationen rund um den Film. Dort lernen wir: „Wilder ist als phantasiebegabter und geistreicher Regisseur vor allem durch Komödien wie „Manche mögen’s heiß“, „Das Appartement“ und „Eins, zwei, drei“ bekannt. Während der Erfolg dieser Filme beweist, daß seine „Gags“ beim Publikum stets ankommen, bleibt sein überschäumender Witz nicht nur auf das fertige Produkt auf der Leinwand beschränkt. Wenn Wilder einen Film dreht, bereitet ihm die Arbeit daran bereits ein so diebisches Vergnügen, daß sein Humor auf alle Mitglieder des Stabes und der Besetzung übergreift und eine ideale Arbeitsatmosphäre schafft.“

Außerdem heißt es: „Billy Wilder holt sich für seine Filme […] nämlich mit Vorliebe Schauspieler und Techniker, mit denen er schon öfters zusammen gearbeitet hat. Ein typisches Beispiel dafür ist seine neueste Komödie „Das Mädchen Irma La Douce“. Fünf Darsteller – Jack Lemmon, Shirley MacLaine, Joan Shawlee, Hope Holiday und Grace Lee Whitney – sowie nahezu alle Mitarbeiter des technischen Stabes […] haben mit ihm schon mindestens einmal zuvor zusammengewirkt.“ Tatsächlich drehte Wilder mit Shirley McLaine nur zwei Filme. Was genau er an Jack Lemmon so schätze, sei dass er mitdachte, aber nicht rumdiskutierte, wie er in diesem Video erklärt. Tatsächlich war es Wilder nämlich sehr wichtig, sich an die – von ihm geschriebenen – Drehbücher genau zu halten. Näheres zu seiner Arbeitsphilosophie erfahren Sie in der Dokumentation „Billy Wilder, wie haben Sie’s gemacht?“ von Volker Schlöndorff, die Sie hier ansehen können.

Da „Irma La Douce“ in Technicholor gedreht ist, macht es natürlich einmal mehr Spaß einen genauen Blick auf die Kostüme zu werfen: Gerade die Garderobe der Damen der Rue Casanova wird so manche Dame - und vielleicht auch Herren - von heute ins Schwärmen versetzen: Enge Bleistift-Kleider und –Röcke, Oberteile mit U-Boot-Ausschnitt, hauchzarte Unterwäsche, Nahtstrümpfe und Schuhe mit Pfennigabsatz – welches sind Ihre Favoriten? Mir haben es ja die Zebrakleider der Zwillinge angetan, die Sie in dieser wunderbaren Partysequenz kurz bewundern können:

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