Es gibt mal wieder ein Lieblingsstück der Woche, liebe Leser und ich freue mich besonders, Ihnen diese Agfa Synchrobox vorstellen zu dürfen. Ich habe sie samt Tragetasche von einem Bekannten geschenkt bekommen und wusste eigentlich nichts darüber. Aber zu Glück gibt es ja das große weite Internet!

Hier fand ich heraus, dass meine Synchobox zwischen 1950 und 57 produziert wurde und zur Gattung der sogenannten Boxkameras oder im deutschen Fachjargon Rollfilm-Kastenkameras gehört. Diese Sorte Kameras gibt es schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts und wurde von Beginn an gezielt für ein Amateur-Publikum produziert, um auch wenig oder gar nicht technikaffinen Menschen das Fotografieren leicht zu machen, und natürlich den Foto- und Kameraproduzenten einen breiten Markt zu erschließen.

Die Erste dieser Kameras wurde von Kodak als „Kodak Nr. 1“ im Jahre 1888 herausgebracht. Agfa produzierte seit 1930 Boxkameras, die übrigens auch unter den Namen Schüler- oder Volkskamera kursierten. Das erste Modell kostete schlappe 13 Reichsmark und auch die Nachfolgermodelle sollen so günstig wie möglich sein. Dies schlug sich nicht nur darin nieder, dass die Fototechnik so simpel wie möglich war, auch das Material der „Box“ war denkbar billig: Stellenweise war das Gehäuse aus dicker Pappe. Meine Synchro-Box aus den 50s hat ein Gehäuse aus Stahlblech mit Kunststoffüberzug und kostete damals 14 Mark. Agfa startete in dieser Zeit etliche Werbeaktionen, so konnte die Box zum Beispiel 1952 für 14 Tage und gegen 1 DM Gebühr beim Fotohändler ausgeliehen werden. Die Hoffnung war natürlich, dass man die Kamera danach lieber kaufte, als sie zurück zu geben. Die Agfa-Syncho-Box gehört zu den am weitesten verbreiteten Modellen in Deutschland und ist auch heute noch günstig auf Ebay und Co. zu finden.

Natürlich habe ich mir gleich einen passenden Rollfilm besorgt – der gängige „120er“ ist passend, wie ich in einem Forum las. Wie man das ganze einsetzt habe ich mir ganz Mensch von heute per Youtube beibringen lassen. Bis auf ein bisschen Friemelei beim Einlegen des Rollfilms, ist die Bedienung tatsächlich fast so leicht, wie beim Mobiltelefon. Allerdings sind helles Tageslicht und ein unbewegtes Motiv die besten Voraussetzungen für eine gelungene Fotografie. Früher wurde sie sicher vor allem für das Knipsen von Urlaubsfotos verwendet, wo diese Voraussetzungen gegeben sein sollten. Ich werde mein Glück in der grauen Herbstzeit und auf den Eskapaden dieses Wochenende versuchen…

Ob meine Versuche mit der Schülerkamera geglückt sind, darüber werde ich Sie natürlich hier im Salon auf dem Laufenden halten. Nutzen Sie alte Analog-Kameras? Oder sind Sie gehören Sie eher in die Kategorie Handy-Fotograph? Was fotografieren Sie so und wo für? Schreiben Sie mir in den Kommentaren oder auf Facebook! Ich bin gespannt auf Ihre Meinung.

Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Kommentare

Das finde ich richtig klasse! Ich habe mir im letzten Jahr meinenTraum von einer Leica-Fotoausrüstung ( R 5/R 6)erfüllt und beginne jetzt mit der SW-Fotografie!
geschrieben am Mon, 14 Nov 2016 23:10:48 von Markus Reitel

Kommentar hinzufügen