Am vergangenen Wochenende besuchte ich zusammen mit Miss Vandal an einem grau-nassen Herbsttag das schöne Rüdesheim. Warum es uns dort hin zog? Es gab dort an diesem Wochenende einen Markt, der für Freunde der Musik des frühen 20. Jahrhunderts und dem kratzigen Klang von Schellackplatten ein wahres Paradies sein dürfte: Es war Musica Mechnica. Sehen Sie hier also nun meine gesammelten Eindrücke und lesen Sie fünf Einsteiger-Infos zum Thema Grammophon.

Die Sammlerbörse wird von der Gesellschaft für Selbstspielende Musikinstrumente e.V. zweimal im Jahr (Frühjahr und Herbst) in den ehemaligen Produktionshallen der Firma Asbach Uralt veranstaltet. Hier gibt es Grammophone, Phonographen, Spieluhren, Drehleiern, Lochplattenspieler und natürlich die entsprechenden Tonträger.

Große Trichter, kleine Trichter, oder gar keine?

Lochplattenspieler mit herrlicher Deko

Wir waren recht froh, dass wir einen Kenner in Sachen Grammophon und Schellackplatte bei uns hatten, der beim Kauf eines Koffergrammophons mit Rat und Tat zur Seite stand. So lernten wir gleich einige technische Basics über das Musikhören mit diesen Geräten, die wir als Neulinge begierig aufnahmen.

Jede Menge Tonträger

Natürlich klang es in der Halle von allen Seiten - Probehören muss schließlich sein

Einsteiger-Wissen Grammophon:

  1. Das Grammophon wurde 1887 von Emil Berliner erfunden, eigentlich als ein Gerät zur Aufnahme und Wiedergabe von Tönen, ähnlich wie der Phonograph.

  2. Die Schallplatten aus Schellack gibt es seit 1895. Allerdings ist Schellack nur das Bindemittel, das die Mischung aus Gesteinsmehl, Kohlenstaub und Tierhaaren zusammenhält. Im Unterschied zur der in den 30er Jahren aufkommenden Schallplatte aus Vinyl, ist eine Schellackplatte nicht flexibel und zerbricht, wenn sie z.B. auf den Boden fällt.

  3. Ein Grammophon wird durch ein Federwerk oder später auch Elektromotoren angetrieben, die mit einer Kurbel aufgezogen werden. Die Drehzahl der Platten kann nach Größe und Hersteller unterschiedlich sein. Entsprechend kann die Geschwindigkeit am Fliehkraftregler eingestellt werden, der auch ihre Gleichmäßigkeit sorgt.

  4. Die Schallplatte dreht sich immer im Uhrzeigersinn.

  5. Je dicker und kürzer die Stahlnadel, desto Lauter der Ton.

Detailliertere Informationen zur Technik und Bedienung von Grammophonen finden sie auf dieser Seite.

Neben ganzen Geräten fand man in Rüsselsheim auch Einzelteile und Literatur.

Natürlich gibt es auch für die Nadeldöschen einen Sammlermarkt.

Ein Phonograph mit Glastrichter

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