Vergangenen Mittwoch hatte ich das große Vergnügen die Band Ghost live in der Frankfurter Batschkapp erleben zu dürfen. Die Band aus Schweden existiert bereits seit 2008 und fällt nicht nur durch eingängige Metal-Ohrwürmer sondern auch durch ihr mysteriöses Auftreten auf. Die Bandmitglieder sind allesamt maskiert. Der Frontmann, der angeblich immer mal wechselt, trägt das Pseudonym Papa Emeritus. Derzeit amtiert Papa Emeritus III. Die übrigen Musiker bezeichnen sich lediglich als A nameless Ghoul und tragen eine einheitliche Maskierung mit Totenkopfmasken, Kapuzen und schwarzer Kleidung. Vor zwei Wochen gewannen die Herren einen Grammy für die beste Metal Performance – eine gute Entscheidung wie Sie hier lesen werden.

Wie schon die Äußerlichkeiten vermuten lassen, drehen sich die Texte um düstere Themen wie Satan oder die sogenannte Blutgräfin Elisabeth Báthory. Eigentlich geht es vor allem um Satan. Allerdings sind die Texte oft auch zweideutig und können in verschiedene Richtungen ausgelegt werden. Blasphemische Inhalte und kleine Unanständigkeiten auf der Bühne mixt die Band mit Musik, die gar nicht so Heavy ist wie man vermuten könne. Im Gegenteil. Ich empfinde sie eher als entspannt poppigen Rock, der mit eingängigen Melodien und psychedelischen Einlagen sehr ikonisch daher kommt. Die drei Alben Opus Eponymus (2010), Infestissumam (2013) und Meliora (2015) sind runde Werke, die auch nach mehrfachem Hören nicht langweilig werden. Mir ging es eher so, dass sie mich erst beim 2. Hören wirklich begeisterten, ab da dann aber dauerhaft.

Das Konzert in der Batschkapp begann mit der Vorband Dead Soul, die im Kern aus einem schwedischen Blues-Musiker und dem Produzenten u.a. von Ghost bestehen und eine nicht unspannende Musik präsentierten, die mich an 80er-angehauchte Gruft-Musik erinnerte. In dieser Rezension des aktuellen und zweiten Albums der Band erfand man die Schublade Electronic Industrial Doom Blues, die das ganze recht gut beschreibt.

Beim Auftritt überzeugte mich vor allem die Stimme des Sängers und das insgesamt gut gelaunte und Entspannte Auftreten der Band. Auf Dauer fand ich die Musik dann aber nicht so aufregend und begann schon mich auf Ghost zu freuen. In diesem Sinne haben Dead Soul ja dann auch ihre Funktion als Vorband erfüllt.

Der Auftritt von Ghost nun, war ein absolutes Erlebnis in vielfacher Hinsicht. Im Vorfeld wurde erstmal eine gefühlte Tonne Räucherstäbchen abgebrannt und jede Menge Kunstnebel verteilt. Das ist natürlich wichtig, weil mehr Darkness ist mehr Darkness ;-) Die Herren, die das Vergnügen hatten, die Instrumente beim Soundcheck vorzubereiten agierten wie Messdiener und hielten sich auch über die Länge der Show an der Seite recht gerade und bereit. Dabei liefen diese Choräle Und als Intro stimmte der Soundtrack zum Ritual im Film Eyes Wide Shut die Zuschauer perfekt auf das Kommende ein.

Dann kamen zunächst die namenlosen Ghouls auf die Bühne und schließlich in Kasel und Mitra Papa Emeritus III. auf die Bühne, um die Zeremonie fortzusetzen. Man begann direkt mit den Krachern Spirit und From the Pinnacle to the Pit aus dem aktuellen Album Meliora und spielte davon später zum Beispiel noch He is. Hinzu kamen später wunderbare Stücke vom Album Infestissumam wie Year Zero, Ghuleh/Zombi Queen oder Per Aspera et Inferi. Dabei klangen die Stücke alle fast wie auf den Alben, nur ein bisschen besser. Die Band spielte sehr exakt und auf den Punkt und gerade das würdevolle, bewusst etwas steife Auftreten des Sängers und der Band machte viel Spaß. Eigentlich konnte man die ganze Zeit ausgelassen und lauthals mitsingen um die Energie loszuwerden, die Ghost mit ihrer Musik aufbauten. Während des Konzerts schwenkte der emeritierte Papst das Weihrauchfässchen und schickte zwei Nonnen ins Publikum um die Kommunion zu verteilen.

Das Ende des Konzerts beschied bei der zweiten Zugabe der Song Monstrance Clock, nach dem das Publikum schon im Vorfeld wahrlich gelechzt hatte. Dies sei, so Papa Emeritus III., ebenso ein Ritual der Band am Ende jeden Konzerts, die natürlich in einem Orgasmus enden sollten, und das sei es, so erklärte er uns, worum es in dem Lied eigentlich ginge.

Nun entsprechend Platt und ernüchtert aber hoch zu frieden war denn auch das Publikum, als es an diesem Abend die Batschkapp verließ. Die gesamte Setlist von Ghost können Sie hier nachschauen.

Hier können Sie sich selbst einen einen Eindruck vom Konzert verschaffen:

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Kommentare

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