Als ich vor einigen Jahren begann, Kleider im Stil der 50er Jahre im Alltag zu tragen, stellte sich bei mir sehr schnell die Frage: Wie frisiere ich stilsicher meine (damals) langen, glatten Haare. Natürlich halfen Tutorials auf YouTube, aber auch dafür musste ja erstmal ein passender Haarschnitt her. Und so kam ich auf den Friseursalon Debbie’s 59, der sich in der Mainzer Neustadt befindet.

Mir gefiel die liebevolle Einrichtung mit Schachbrett-Boden, alten Fotos, 50er Jahre Spiegeln und natürlich die offene und freundliche Atmosphäre, die Debbie und ihre Mitarbeiter verbreiten. Hier bekam ich nun also meine erste Lektion in Sachen Haare im Retro-Look und Tipps von Debbie, die ich bis heute noch nutze. Umso mehr freute ich mich, als sich Debbie beim letzten Friseur-Termin ohne Zögern zu einem kleinen Interview bereit erklärte. Lesen Sie nun Auszüge aus unserem langen Gespräch:

Madame Labizarre: Was ist das Konzept von Debbie’s 59?

Debbie: Ich habe Debbie’s 59 vor acht Jahren eröffnet, weil ich mich in anderen Läden nie so richtig wohl gefühlt habe. Ich wollte einen Friseursalon eröffnen, in dem ich persönlich mich wohl fühle, denn schließlich muss ich jeden Tag herkommen. Es gibt also kein wirkliches Konzept. Es soll sich so anfühlen als wäre man bei mir zu Hause und ich habe nicht das Gefühl, als müsste ich hier arbeiten. Ich hänge halt hier ab und schneide ab und an Haare. Das schönste ist wirklich, dass ich frei bin. Ich kann frei bestimmen wie es hier aussieht, welche Produkte ich promote oder supporte. Wir haben keine Verträge mit größeren Firmen, sondern bieten das an, wovon wir selbst überzeugt sind. Da schwingt auch ein bisschen dieser Do-it-yourself-Gedanke mit, den ich in der Punk-Szene kennen gelernt hatte. Ich glaube ich bin auch ehrlich zu meinen Kunden. Wir verkaufen jetzt nicht jede Woche ein neues Shampoo. Die Dienstleistung steht im Vordergrund. Jede Frau die hier herkommt hat ihren eigenen Trend. Und darauf stelle ich mich ein. Ich frage auch schon Mal nach: Was machst du denn privat? Was hörst du für Musik? Was interessiert und bewegt dich? Jeder hat seine eigenen Maßstäbe wie er rüber kommt, wie er wirken will und was er aussagen will. Das kriegt man nicht hin, wenn man nur nach 0-8-15 berät und sagt, das sei jetzt aber top modern. Und das funktioniert offenbar, wir sind ja schon im achten Jahr.

MLb: Hättest das gedacht, als du angefangen hast?

Debbie: Ich hab‘s mir natürlich gewünscht. Man will sich ja eine Existenz aufbauen. Am Anfang plant man bis zur Eröffnung: Ich habe Möbel zusammengesucht, in kurzer Zeit alles renoviert und gestrichen und bumm - dann war schon die Eröffnung. Da waren 120 Leute da! Und dann steht man zwei Tage später Laden und es geht direkt los. Als ein Jahr rum war dachte ich mir: Gut gemacht, nicht an die Wand gefahren. Nach zwei Jahren dachte ich: Ja, das könnte funktionieren. Nach dem ersten Jahr habe ich dann auch schon jemanden eingestellt. Das ist viel Verantwortung, weil nicht nur meine Existenz davon abhängt; und jetzt nach acht Jahren funktioniert es immer noch. Für mich ist es eine Bestätigung wenn andere Leute mich nach Unternehmensratschlägen fragen, oder auch wenn ich merke, dass es Nachahmer gibt. Dann finde ich es wiederum toll wenn Kunden das ausprobieren und später wieder zurück kommen, weil sie feststellen, dass das was wir machen nicht so leicht nachzumachen ist. Es gibt bald auch Neuerungen, denn auch ich entwickele mich weiter.

MLb: Was gibt es Neues?

Debbie: Es gab zum Beispiel vor Kurzem einen Logo-Relaunch. Ich werde ein bisschen umbauen und neu streichen, damit‘s auch mir nicht langweilig wird. Es kommen auch paar neue Möbel in den Laden, die für ein bisschen frischen Wind sorgen werden. Das ist aber eben schon eine egoistische Sache, weil ich mich ja wohl fühlen muss. Jetzt sind auch wieder Shootings unten im Keller. Ich arbeite dafür mit Lisa von Redtro-Fotographie zusammen, die ja auf Bilder im Retro-Look spezialisiert ist.

MLb: Wer nimmt das Shooting-Angebot bei dir war?

Debbie: Zum Teil sind es Leute, die aus der Rock’n’Roll-Szene kommen. Aber gibt auch viele ganz durchschnittliche Frauen, die gerne einfach den Look testen. Die wollen dann ein professionelles Styling und ein Foto. Klamotten sollten sie schon mitbringen, weil ich einen Fundus nicht zur Verfügung stellen kann. Aber Angie vom Peggy Sue in Frankfurt, mit der ich viel auch auf Modenschauen zusammenarbeite, kann einen zum Beispiel gut versorgen.

MLb: Was die Produkte angeht, verkauft ihr zum Beispiel Pomade, was ja sonst nicht eben mal in der Drogerie zu finden ist – was habt ihr da so im Angebot?

Debbie: Die absoluten Klassiker, Black and White zum Beispiel. Wenn eine Pomade jahrelang in der Rezeptur funktioniert hat, warum soll sie denn dann heute abgelöst werden? Dann ist es eine gute Pomade. Was jetzt die ganzen Jungs neu auf den Markt bringen ist ganz cool, sie haben coole Logos, einen coolen Look und Style, sie duften besonders, aber was die Pomade an sich kann, daran ändert sich ja nichts. Sie soll halten, sie soll glänzen sie soll das Bedürfnis des Haars aufgreifen – da wurde das Rad meiner Meinung nach schon erfunden. Wir testen neue Produkte aus, wenn wir etwas gut finden supporten wir es auch und bringen sie an den Mann, aber im Grunde laufen bei uns die echten „old Stars“, auf die die Jungs immer wieder zurück kommen.

MLb: Wie es bei dir eben schon anklang, ist Pomade ja eher so eine Sache für die Herren, aber ich hab festgestellt, dass es auch für mich manchmal gut ist, gerade zum ordentliche Locken stecken, etwas Pomade zu nutzen.

Debbie: Frauen verwenden Pomade ganz anders als Männer. Männer bauen ihre Frisur mit Pomade auf, wenn das eine Frau tun würde, würde sie ziemlich ungepflegt und fettig aussehen. Als Frau benutzt du sie nur, um einen Glanz ins Haar zu geben, die Spitze geschmeidiger zu machen und so frizzle-hair zu bändigen. Aber man sollte sie mit sehr viel Bedacht nutzen! Ein Mädel würde nie eine super feste Pomade benutzen, die bekommst du ja dann nicht mehr raus. Mädels wollen keine fettig aussehenden Haare. Da kann ich eher Brisk oder Brylcreem empfehlen. Das sind Haarcremes die fettfrei sind, also auf Wasser basieren. Mit denen kann man auch in die Länge arbeiten. Sie sind wie ein leichtes Tagesfluid, ziehen komplett in Haut und Haar ein und sind von der Textur leichter. Oder man greift zu einer wasserbasierenden Pomade, die dann auch leichter wieder auszuwaschen ist.

MLb: Habt ihr eine Frisur, die ihr immer wieder schneiden müsst? So einen Kassenschlager unter den Frisuren?

Debbie: Na ja, wir schneiden natürlich alles was gewünscht ist. Man merkt allerdings, dass sich die Einflüsse ändern. Früher wollten die Leute eher Frisuren haben, die sie bei Schauspielern oder anderen Berühmtheiten gesehen haben. Lady Di zum Beispiel. Heute orientiert man sich mehr an Mode-Bloggern. Die setzen viele Styling-Trends.

MLb: Was ist eine klassische authentische 50er Jahre Frisur für die Dame?

Debbie: Die fühen 50er waren noch sehr beeinflusst von den 40ern, da war noch viel gesteckt. Später in den 50ern haben die Mädels kurzes Haar getragen. Kurze Ponies, ohrenfrei, das ist schon sehr typisch gewesen, gerade so für die Mitte bis Ende der 50er. Gegen Ende des Jahrzehnts hat man dann wieder mehr toupiert. Aber gerade in der Mitte der 50er war es schick kurzes Haar zu tragen. Man hat ja auch wieder Geld für den Friseurgang gehabt, gerade in Deutschland während des Wirtschaftswunders, das geht ja immer einher auch mit solchen Dingen. An den Trends kann man auch den Status der Menschen sehe: Man konnte einmal die Woche zum Friseur gehen. Es wurde trotzdem eingedreht, es wurde gelockt, gepincurled oder onduliert. Locken gingen schon immer. Das verschwand dann erst in den 60ern. Da wurde das Haar glatter und hoch toupiert oder dann Ende der 60er natürlich, offen und lang. Aber in den 50ern ist eine kurze lockige Damenfrisur typisch.

MLb: Das ist gar nicht so unbedingt das Bild das man hat, man sieht ja oft die Kombination von Tellerrock und Victory-Rolls.

Debbie: Eigentlich ist das historisch gesehen nicht wirklich richtig. Genauso wie die Tellerröcke in der Regel viel zu weit sind. Und Tupfen, Punkte, Polkadots - das war überhaupt nicht so verbreitet. Es gab viele graphische Muster, Blumen waren total hip, das Tupfending gabs auch, aber es war nicht so wie wir das heute empfinden. Die extrem weitschwingenden Röcke hatten eigentlich nur Teenager-Mädchen. Je älter die Frau wurde, desto schmaler wurde auch der Rock.

MLb: Diese wunderbaren gerade geschnittenen Röcke bis zur Wade schmacht

Debbie: Mega sexy! – Mich hat mal jemand gefragt, wie eigentlich ein Rock’n‘Roller in den 50ern aussah. Na wie die Leute eben in den 50ern ausgesehen haben! Die hatten ja nicht die Auswahl, wie wir es heute haben. Mädels hatten damals vielleicht drei Ausgehkleider im Schrank. Und die haben sie getragen egal auf welche Veranstaltung sie gegangen sind. Ob das jetzt eine Familienhochzeit war oder eine Rock’n’Roll-Veranstaltung. Der Interviewer hat diesen Quantensprung gar nicht machen können. Er hatte die Vorstellung des heutigen Rockabilly im Kopf und wollte wissen, wie die in den 50ern aussahen. Aber damals gab‘s halt nur, was erhältlich war. Die Mädels haben sich vielleicht irgendwann mal eine Jeans geklaut von ihren Vätern und angezogen, das war dann Revolte. Aber was wir uns heute vorstellen ist viel gemixt. Wirklich authentische Looks findet man selten.****

MlB: Man hat also vielleicht die ganz alten Bilder im Kopf und mixt diese mit Rockabilly aus den 80ern.

Debbie: Ja, es ist ja auch ein Unterschied ob man sich Bilder von normalen Frauen anschaut oder von Stars. Weil damals wie heute waren das Stars, die aufgestylt und geschönt wurden.

MLb: Und die Fotos an sich ja auch…

Debbie: Und wir Mädels denken Photoshop ist eine Erfindung unserer Zeit! Wir lassen uns nach wie vor noch beeinflussen und denken die hatten‘s damals nicht drauf. Oh doch! Auch beim Film hat man geschummelt ohne Ende. Die Mittel die wir heutzutage haben, sagen wir jetzt mal Friseurtechnisch, ist mit den Mitteln von damals nicht zu vergleichen. Es ist utopisch zu denken, dass die Frauen damals alle tolle Haare hatten. Marilyn hatte nicht zufälligerweise irgendwann kurze Haare. Das ging nicht mehr anders. Die waren einfach tot blondiert. Und dann wurde der Look halt darum herum kreiert. Die haben mit Perücken und Haarteilen gearbeitet, wie wir heute auch. Heute sieht man kaum noch ein Mädel im Fernsehen mit Naturhaar. Die haben alle die extrem dicken Locken, prachtvoll bis nach unten, aber das sind alles Extentions und Haarverdichtung.

MLb: Wo wir bei den alten Zeiten sind: Was gefällt dir besonders daran, am Look z.B.?

Debbie: Am Look gefällt mir besonders, dass er immer weiblich ist. Retro-Looks sind immer weiblich. In den 40ern z.B. gab es auch diese androgynen Geschichten, z.B. Marlene Dietrich im Hosenanzug. Aber sie hat es extrem weiblich rüber gebracht. Sie hatte Taille, die Haare gemacht. Der heutige androgyne Look, da sehen die Mädchen aus wie Jungs und die Jungs gehen in Mädchenklamotten auf den Laufsteg. Das irritiert mich. Ich mag am Retro-Look, dass Männer aussehen wie Männer und Frauen wie Frauen. Du kannst als Frau deine Figur zeigen und es unterstreicht sie. Es gibt ja auch diesen biederen Look, wie z.B. in Pleasantville, das sieht total goldig und süß aus, aber du kann halt auch ein Vamp sein. In jedem Fall bist du aber gut gekleidet und nicht verkleidet. Wenn wir jetzt rausgehen auf die Straße und du guckst dir die durchschnittliche deutsche Frau an. Dann sieht die aus, als wäre sie grad im Wald gewesen und hätte n bisschen Holz gesammelt. Sie tragen bequeme Treter, weil man ja heute Langstrecken laufen muss, sie haben irgend ne pragmatische Hose an und irgendeine Allwetterjacke, zum Teil sieht es so aus als würde sie mit ihrem Partner die Jacke teilen. Das ist so schade. Die Zeit ist so kurz wo man sich einfach zurecht machen kann.

MLb: Das sind dann gerne Leute, die einen Fragen ob man zu irgendeinem Event geht oder ob es einen besonderen Anlass gibt.

Debbie: „So viel Zeit hab ich in meinem Alltag nicht.“ Also ich steh morgens viertel vor sechs auf und gehe mit meinem Hund spazieren. Ich bin selbständig, hab jede Menge zu tun. Aber ich krieg es hin mir die Haare zu föhnen und mir Wimperntusche aufzulegen und irgendetwas anzuziehen was gut aussieht. Das ist eine Frage von Wollen und Organisation! Wenn man will findet man die Zeit. Ich hab ja die Wahl ob ich eine Kack-Jeans aus dem Schrank hole oder eine die mir passt. Das ist, finde ich, auch ein mitteldeutsches Phänomen. Zum Beispiel: Wir sind jetzt hier auf einer Abendveranstaltung im Theater. Jetzt gehen wir mal davon aus, die Frau hat sich Gedanken gemacht - und das kam bei raus? Schade, sage ich, da geht noch was. Es war in vergangen Epochen noch stärker verbreitet, etwas aus sich zu machen. Das liebe ich daran so.

MLb: Ja, und es wurde auch darauf hingearbeitet, das jede Frau Vorzüge unterstreicht und Nachteile kaschiert.

Debbie: Wir haben doch heute die Wahl. Ich frage mich wie manche Looks überhaupt zu Stande kommen. Heute findet jede Frau eine passende Jeans und einen passenden Rock, weil es viele Schnitte, Stoffe und Passformen gibt. So wie ich sage, es gibt für jedes Gesicht das passende Pony, gibt es für jede Frau die passende Klamotte. Aber man muss sie eben wollen und mal loszeihen und Spaß dran haben. In dem Fall ist es toll eine Frau zu sein, denn man kann damit wunderbar spielen.

MLb: Und was magst du an der Zeit an sich?

Debbie: An der Zeit an sich mag ich besonders die musikalische Entwicklung. Ich wollte in keiner der vergangen Zeiten leben, weil ich nun mal jetzt lebe, nur das kenne und den Vergleich nicht ziehen kann. Ich bin zu modern und emanzipiert dafür, zu sagen, damals wäre alles besser gewesen. Aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich mir in jeder Epoche einen Zeitpunkt aussuchen, um die musikalische Entwicklung mitgemacht zu haben. Wie geil muss das denn sein, diese nigelnagelneuen Einflüsse mitzuerleben. Wie war das, als die Leute das erste Mal Beat-Musik gehört haben? Das erste Mal Rock’n‘Roll? Und das erste mal richtig rotzigen Jazz, was muss denn da losgewesen sein? Heute schöpfen wir aus dem Vollen. Heute begeistert uns fast nichts Neues mehr. Wie war das, wenn man als Frau das erste Mal eine Hose getragen hat? Wie war das als der Minirock aufkam? Die Leute müssen ausgerastet sein!

MLb: Musik ist ein gutes Stichwort! Was hörst du so?

Debbie: Wenn‘s mich bewegt ist es cool. Es gibt Schlager-Geschichten, die mir gefallen, Rock, Glam-Rock, Punk – das ist so das, was mich als erstes überhaupt bewegt hat als Teenager – klar Rockabilly, Soul, Motown, ich würde vor nichts Stopp machen. Diese Woche ging mir z.B. ein Song von Fleetwood mac ins Ohr, dann hab ich auch manchmal ein Faible für Madonna oder Prince. Ich würde mich musikalisch niemals kastrieren oder festlegen. Das ist doch langweilig. Das betrifft auch meinen Look. Es gibt Phasen, da inspiriert mich Rockabilly, da passe ich dann meinen Look daran an, dann gibt es wieder mehr Punk-Phasen, dann merkt man das auch an meinem Aussehen. Und das finde ich super cool, das wir heutzutage so springen können und die Looks auch kombinieren können. Sich die Rosinen raus zu picken, ist mega cool.

MLb: Das ist ja auch gerade das schöne an Retro: Man sucht sich das aus was einem gefällt, ohne wirklich alles übernehmen zu müssen.

Debbie: Ja, wer will denn bitte kratzige Baumwollschlüpfer tragen. (Lacht) Dass ich jetzt weiß wie Retro-Frisuren gemacht werden, heißt ja nicht, dass ich sie unbedingt selbst tragen muss. Das habe ich zwar eine Zeit lang gemacht, aber mittlerweile denke ich, man muss für den Kunden die Leistung bringen, aber ich für mich, ich entscheide es morgens. Und wenn ein Turnschuh-Kapuzenpulli-Tag mit Assi-Palme ist, dann mache ich das. So what? Genauso kann ich aber abends auf ne Swing-Veranstaltung gehen und bastel mir ne Wasserwelle. So finde ich Looks toll.

MLb: Das kann man schön den Lebensphasen anpassen und seinen eigenen Stimmungen.

Debbie: Auf eine Hochzeit gehe ich zum Beispiel schon gerne im 40er-Look, weil der einfach mega glamourös ist. Hochzeiten bieten die Plattform. Wenn ich abends weggehe, wird es eher Jeans oder ein rockiger Look, weil das unkompliziert ist. Da kann man dann auch mal ein Bier übergeschüttet bekommen. Es ist großartig, dass man das kann und dass uns Mädels da die Welt offen steht.

MLb: Hast du auch alte originale Kleider zu Hause?

Debbie: Ja. Ich habe einige Originale, trenne mich gerade von einigen, weil sie mir nicht mehr passen. Ich hab aber immer irgendwie Probleme mit Originalen weil ich recht klein bin, jetzt bin ich auch schmal geworden – viele Sachen passen einfach nicht. Die amerikanischen Sachen schon eher, ich musste sie dann aber auch umnähen, dann ist der Stoff manchmal dünn und reist, also habe ich die Kleider immer geschont. Und dass sie im Schrank hängen, ist ja auch nicht Sinn der Sache. Im Moment habe ich mehr Repliken oder Retro-Kleidung.

MLb: Die kann man auch besser beanspruchen.

Debbie: Ja und sie haben die Schnitte angepasst über die Jahrzehnte weil die Frau an sich, sich schon verändert hat.

MLb: Ich denke es muss jeder für sich herausfinden, in was er sich wohler fühlt. Mir passen die alten Sachen oft einfach besser, als neue.

Debbie: Das ging mir auch so bis ich vor 1,5 Jahren angefangen hab Sport zu machen. Das Taillen-Brust-Becken-Verhältnis hat sich verändert, sodass viele Sachen einfach an mir herunter hängen. Sieht halt scheiße aus. Ich müsste jetzt eher in diesen 60s-Look gehen. (Lacht)

MLb: Also auf einer Skala vom Authentiker bis zum Allesmixer stehst du also eher auf der letzten Seite?

Debbie: Ja, würde ich schon sagen. Ich mag‘s unfassbar gerne zu sehen, wenn es Mädels gibt, sie so richtig Hepcat mäßig unterwegs sind und genau darauf achten, dass sie sogar eine Armbanduhr haben, die zum Aufziehen ist. Ich finde das bewundernswert. Ich habe einige Freundinnen, die leben wirklich auch zu Hause in ihrem Hausstand so. Die haben dann einen Ofen, den man mit Feuer heizt. Das finde ich echt krass. Dafür bin ich viel zu modern. Ich liebe meine Sitzheizung im Auto, ich mag Wasserkocher, das geht schnell und ist effizient. Aber ich bewundere das wirklich und sehe es auch gerne, wenn Mädels das wirklich so authentisch durchziehen. Ich hab es eine Zeit lang mal probiert, auch mit Klamotten und originalen Nylons und so. Es passt nicht mehr in meinen Alltag, da muss ich zu große Quantensprünge machen. In meinem Job muss es schon funktional sein. Auch gerade mit Schuhen ist es problematisch: Die original Schuhe sind geil, aber unbequem. Es ist auch immer schwieriger, die Sachen zu erhalten. Ich für mich bevorzuge schon moderne Materialien. Wenn man so an die 60er Jahre denkt, wo die Kunststoffaser entwickelt wurde – alter Falter! Das ist geruchstechnisch schon ein Erlebnis, wenn man auf solchen Festivals unterwegs ist. Neue Mikrofaser kann schon ein bisschen was. Also mix and match!

MlB: In diesem Sinne – vielen Dank für das prima Gespräch und bis zum nächsten Termin!

Debbie’s 59 finden Sie in der Frauenlobstaße 59 in der Mainzer Neustadt sowie auf Facebook. Die Rechte der Fotos liegen bei Debbie's 59.

Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Kommentare

I was struck by the hosteny of your posting http://xknqagin.com [url=http://zoodki.com]zoodki[/url] [link=http://stlnvbv.com]stlnvbv[/link]
geschrieben am Sun, 22 May 2016 05:58:25 von Rangler
It's much easier to unenrstadd when you put it that way!
geschrieben am Sat, 21 May 2016 13:34:06 von Vianca
This is just the pecfert answer for all forum members http://ynyckupmzll.com [url=http://peqtxadm.com]peqtxadm[/url] [link=http://uvfvbnursk.com]uvfvbnursk[/link]
geschrieben am Fri, 20 May 2016 18:09:35 von Makaila
Posts like this brteihgn up my day. Thanks for taking the time.
geschrieben am Fri, 20 May 2016 13:33:38 von Louisa
Butterfly dit :Il est trop joli ce br#e3lctRe0;J&a8217;avais le même genre avec un grain de café en argent mais je l’ai perdu et j’en étais trés triste!Là, le p’tit beurre en vermeil, c’est trop mignon!
geschrieben am Fri, 20 May 2016 00:01:56 von Kapri

Kommentar hinzufügen