Am Abend des 28. Februar zog es mich und den Teil unserer Mainz-Wiesbadener-Vintage-Kaffeekränzchen-Runde, den die Grippewelle noch nicht vollends erwischt hatte nach Frankfurt ins Orange Peel. Dort gibt es regelmäßig Swing- und Rock'n'Roll-Abende mit Konzerten, aber auch Burlesque-Shows. Und genau das war im "Salon Noir" zu erwarten.

Sicherlich wissen die meisten meiner verehrten Leserschaft, was man sich so ungefähr unter Burlesque vorzustellen hat... Alle anderen denken mal bitte kurz an Dita van Teese im Martiniglas, Federn und Nipple-Pasties und dann etwas länger an Varieté, Cabaret viel Witz und beißenden Humor... ok und von mir aus auch an viel nackte Haut ;-) Ich warf mich in meine neue Klamotte, glühte mit Rebecca (Peaches Belvedere) etwas vor und dann ging es auf zum Zug. Und hier begann die Odyssee. Als wären die obligatorischen 10 Minuten Verspätung nicht genug, kamen uns auch noch Horden von Fußballfans in die Quere, wegen denen ein zusätzlicher Stopp eingelegt wurde und die mehrfach zu blöd waren, die Türen des Zuges frei zu machen, was zu weiterer Verspätung führte. Endlich im Orange Peel angekommen, wo wir die liebe Miss Van Dal trafen, waren wir natürlich zu spät, um noch etwaige Sitzplätze zu ergattern, die vor der T-Förmig in den Raum ragenden Bühne aufgestellt waren, aber zum Glück nicht zu spät für die Modenschau von Peggy Sue, die an diesem Abend wieder einige charmante Kleider aus ihrem Laden präsentierte.

Obwohl die Karten für den Abend ausverkauft waren, fand man überall einen Platz von dem aus man die Bühne gut sehen konnte, was sehr angenehm war und einem auch den ein oder anderen Ausflug an die Bar erlaubte, ohne das man dabei etwas von der Show verpasst hätte. Das Publikum war überaus gemischt: neben einigen offensichtlichen Rockabillies und 30s-50s-Vintage-Anhängern gab es die üblichen Anzugträger, Normalos und Party-Volk allen Alters und Couleur. Die Show begann natürlich mit der Vorstellung der Mistress of Ceremony Koko La Douce, die mit viel Energie und Witz durch den Abend leitete. Gerade Dank ihr gab es keinen Moment der Langeweile, noch nicht mal, als sich eines der DJ-Geburtstagskinder zum Gratulieren nicht auf die Bühne traute. Groß und lang wie sie ist, bildete sie ein wunderbares Gegenbild zum kleinen Stagekitten Pinky Peacock, die die Ehre hatte, Glitzerstaub, Klamottenberge und andere Überreste der Tänzerinnen von der Bühne zu fegen.

Den ersten Tanz des Abends präsentierte Mama Ulita aus Leipzig, die Mitproduzentin des Salon Noir ist und zu "Moonlight Swim" von Tony Perkins ein herzallerliebste Inszenierung mit einem Hula Hoop Reifen auf die Bühne brachte. (Das Video ist nicht vom Salon Noir.)

Als nächste war Champagne Sparkles aus Canada an der Reihe, die laut ihrer Homepage schon seit 2006 im Geschäft ist. Sie brachte das Thema "der erste BH" auf sehr witzige und dramatische Art und Weise auf die Bühne, wie sie hier sehen können. (Auch hier ein Video von einer anderen Veranstaltung)

Die dritte im Bunde war Albadoro Gala, deren Performance auch hier auf Youtube zu sehen ist und nach deren Auftritt wohl nicht nur Koko la Douce hin und weg bzw. im 7. Himmel war. (Das Video ist vom New Orleans Burlesque Festival)

Zum Abschluss des 1. Programmteils gab diese dann mit kraftvoller Stimme ein wunderbares Cabaret-Gesangsstück zum Besten, an dessen anzüglichen Text ich mich nur noch vage erinnere ;-) Danach spielten The Goon Mat und Lord Bernardo schönen kratzigen Blues und Boogie, allerdings wirkten sie nach so viel Glitzer etwas verloren auf der Bühne. Im zweiten Teil traten alle der genannten Tänzerinnen noch einmal auf: Mama Ulita spielte mit dem Feuer und Champagne Sparkles mit der Handpuppe. Albadoro Gala verführte einmal mehr mit ihren Kurven. Außerdem gab es einen Hula Hoop Wettbewerb, bei dem auf Veranlassung von Koko la Douce zwei Herren und eine Dame aus dem Publikum ihr Können in dieser Disziplin unter beweiß stellen sollten - die Dame gewann mit großem Abstand. Alles in allem war es eine grandiose Show mit wunderbaren Darstellerinnen, die abwechslungsreich arrangiert war und viele Facetten des Burlesque präsentierte. Hoffen wir also alle auf ein nächstes mal – ich zumindest habe Blut oder besser gesagt Glitzer geleckt!

PS: Unsere Rückfahrt gestaltete sich dann leider weniger glamourös, dank 45 Minuten verspäteter S-Bahn und nervigen Mitfahrern im Zug. Besonders nervig waren die Leute, die wissen wollten ob wir vom Karneval kamen oder warum wir so rumlaufen...

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Kommentare

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