Weniger ist mehr. Mit weniger ist man glücklicher. Qualität statt Quantität. Weniger besitzen macht den Kopf frei für die wichtigen Dinge. Das sind Schlagworte, die derzeit durch die medialen Kanäle geistern und viele Menschen dazu bewegen auszumisten und vielleicht sogar im gleichen Zug ihr Konsumverhalten zu überdenken. Wer kennt es schließlich nicht? Das Kleid vom Impulskauf letztes Jahr, dass man kaum getragen hat, weil einem irgendetwas daran nicht geheuer ist?

Derzeit probiere ich in einem kleinen Selbstversuch, ob ich mit weniger Kleidung besser klar komme. Dabei denke ich oft an die Urgroßeltern, die vielleicht weniger Dinge besaßen, aber uns davon doch vieles vererben konnten. Sie haben Dinge bewusst gepflegt, repariert, weiterverwendet. Ich denke an meine Oma, die immer beim Einkaufen einen prüfenden Blick auf Stoff und Verarbeitung eines Kleidungsstückes wirft, bevor sie sich dafür oder dagegen entscheidet. Das fand ich früher immer etwas kurios. Aber wenn ich heute ein Kleid trage, dass mit kleinen Gebrauchsspuren noch so aussieht, wie vor 60 Jahren als es neu war, dann zeugt es von genau dieser Einstellung zu den eigenen Habseeligkeiten.

Die Methode 333

Als Methode meines Selbstversuchs wählte ich das Project-333, das es schon seit einigen Jahren gibt und über das auf diversen YouTube-Kanälen und Blogs berichtet wird. Die Regeln sind denkbar leicht:

  • Wählen Sie 33 Teile Kleidung, Mäntel, Jacken, Schuhe und andere Accessoires aus.
  • Tragen Sie sie in den nächsten 3 Monaten.
  • Nicht dazugezählt wird die Sport- und Gammelklamotte, Nacht- und Unterwäsche, sowie Schmuck den man immer trägt (z.B. Ehering).
  • Verpacken Sie ihre übrige Kleidung gut und bringen Sie sie außer Sicht.

Ich glaube, der Grund, warum Project333 funktioniert und man sich gern darüber austauscht liegt vor allem darin, dass man sich seines persönlichen Stils bewusster wird und besser kombinieren lernt. Man lernt zu schätzen was man hat und dass man mit Kleinigkeiten große Wirkungen erzielen kann. Natürlich ist es auch spannend zu beobachten, was andere so im Kleiderschrank haben und als ihre zentralen Lieblingsstücke aussuchen. Es ist also ideal für Mode-Freaks und Konsumkinder, die sich mal ein bisschen mäßigen und austesten wollen.

Ich hatte einen guten Startpunkt mit dem 1. April, da ich seitdem vorübergehend in einer anderen Stadt wohne und alles was nicht zu den 33 Teilen gehörte einfach zu Hause lassen konnte. Die Auswahl der 33 Teile fiel mir ob der Kleidermassen, die ich besitze gar nicht so leicht. Ich liebe die meisten meiner Kleidungsstücke und fühle mich auch wohl darin. Außerdem mag ich es, variieren zu können und meinen Stil von heute auf morgen auch mal ändern zu können.

Bei der Wahl der 33 Dinge musste ich bedenken, dass das Wetter in der Zeit von April bis Juni ziemlich variiert: Ich brauche wärmendes und leichtes. Würde es überhaupt gehen, für die Übergangsphase nur 33 Stücke auszusuchen? Inklusive Mantel und Schuhe? Der April macht schließlich was er will und kann auch schonmal mit Schnee überraschen. Außerdem musste ich ja erstmal Überblick über meine ganze „Sammlung“ bekommen, um wirklich „das Richtige“ auszusuchen und für alle Eventualitäten gewappnet zu sein… Angesichts des mir fehlenden Überblicks über das was ich an Kleidung eigentlich habe, wurde mir noch klarer, wie sinnvoll es ist, etwas zu ändern.

Wie ich mein Projekt 333 startete, lesen Sie in der nächsten Folge. Haben Sie schon von dieser Methode gehört? Haben Sie sie ausprobiert? Lassen Sie es mich wissen, ich freue mich über Kommentare :-)

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