Nachdem es in den letzten beiden Artikel in der Rubrik „Weniger ist mehr?!“ eine kleine Einführung in die Methode 333 und das systematische Aussortieren zu lesen gab, möchte ich Ihnen nun meine Kleiderauswahl für die ersten drei Monate präsentieren und meine Erfahrungen beschreiben.

Wenn man Google nach der „Capsule-Wardrobe“ fragt, präsentiert es einem ganz viele Zusammenstellungen von minimierten Kleiderschränken. Die wenigsten davon sind allerdings im Vintage-Stil oder anderweitig alternativ angehaucht. An dieser Stelle darf ich nun meine „erste Wahl“ in Madame Labizarres Vintage-Stil präsentieren:

Dieser Auswahl habe ich mich in zwei Schritten angenähert, denn ich war noch recht unsicher: Was ist wenn ich plötzlich Lust habe das und das zu tragen und es ist nicht da?

Zunächst suchte ich Sachen aus, die auf jeden Fall mitkommen mussten: Der Mantel und die schwarzen Schuhe zum Beispiel, der Lederrock, den ich gerade erst 2nd-Hand in München erstanden hatte usw. Von April bis Juni kann es ganz schöne Temperaturschwankungen geben, ich musste also für alle Wetter- und auch Gesellschaftssituationen gewappnet sein: etwas förmlich, partymäßig, alltagstauglich – alles das ist mit der Auswahl möglich. Und dann müssen die Sachen ja auch noch zusammen passen! Dieser Punkt half sehr die Auswahlmöglichkeiten etwas einzuschränken. Gerade die Lust auf neue Kombinationsmöglichkeiten haben mich dazu bewegt erstmal nur zwei Kleider mitzunehmen (obwohl ich Kleider so liebe und ettliche habe). Dafür war ich mit den drei Röcken, einer Hose und verschiedenen Oberteilen sehr flexibel. So eröffnen sich im alten Kleidersortiment vorher unausgeschöpfte Möglichkeiten!

Mein Fazit nach den ersten drei Monaten: Mit einer solchen Auswahl war es angenehm einfach in den Tag zu starten. Man muss nicht ewig grübeln und hat Überblick, was es gibt und was zusammenpasst. Man kommt auf neue Kombinationsmöglichkeiten und im Übrigen ist auch die Was-ist-wenn-Situation von oben nicht eingetreten. Außerdem soll das Ganze ja beim Aussortieren helfen und immerhin zwei Teile, suchen nun eine neue Besitzerin, da ich sie in den drei Monaten kaum bzw. ungern getragen habe.

Eine Ausnahme-Situation gab es allerdings, die ich nicht mit meiner 333-Garderobe bestritten haben: Auf dem Wave-Gotik-Treffen in Leipzig trug ich Kleider, die ich mir zuvor für diesen Anlass zusammengestellt hatte. Regeln sind ja schließlich dazu da, auch manchmal gebrochen zu werden ;-)

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