Am vorvergangenen Sonntag war es mal wieder Zeit für etwas neues! Mit einer Vintage-begeisterten Damenrunde von vier Mädels hatten wir uns schon vor einiger Zeit zu einem Workshop angemeldet, wo man das Posieren vor der Kamera erlernen sollte. Veranstaltet wurde der eintägige Lehrgang von Lisa Krieg von Redtro-Fotographie, die dem ein oder anderen Leser schon als Fotografin im Vintage-Flaneur begegnet sein dürfte. Veranstaltungsort war das Peggy Sue in der Frankfurter Wallstraße, genauer gesagt dessen Lager- und Büroräume. Auch dieser hübsche Laden, der hochwertige Kleidung und Accessoires im Stil 50er- und 60er Jahre verkauft und jetzt im Übrigen auch einen Online-Shop hat, ist den Lesern dieses Blogs durch einen anderen Bericht bekannt.

Los ging es um 11 Uhr, einige der insgesamt acht Teilnehmerinnen, hatten das Pech im Stau festzustecken und so startete man gemütlich. Man nahm auf zwei Bänken an einem langen Tisch Platz, durfte sich mit mit Kaffee, Brötchen und Schokolade am eigens aufgebauten kleinen Buffet-Tisch versorgen. Es gab eine kleine Vorstellungsrunde, hier konnte jede Teilnehmerin ihre Gründe, Wünsche und Hoffnungen schonmal loswerden. Auf Lisas Programm für uns standen die Grundlagen des Posings vor der Kamera -– wie mache ich eine gute Figur, war die Frage. Als aller erstes zeigte sie uns eine Pose, die für Bilder aller Art praktikabel und wirksam ist und mit der sich schon der olle Ludwig XIV. in Szene zu setzen wusste:

Vor einem großen Ganzkörperspiegel konnte jede mal üben und schon hier wurde klar: eine gerade Körperhaltung ist das A und O wenn es ums Gute-Figur-Machen geht. Parallel zum Lehrgang fischte sich Eliza Doolittle eine Teilnehmerin nach der anderen heraus um sie für das "Erinnerungsfoto" am Ende zu schminken und zu frisieren. Das war ok, weil man vom Frisier-Platz aus immer noch hören konnte, worum es gerade beim Workshop ging. Die ersten Programmpunkte zu verpassen hätte ich jedoch recht unpraktisch gefunden, weil sie mir recht grundlegend erschienen und eine gute Einstimmung bzw. Warm-werd-Übung für die nächsten Posen boten. Aber da die Gruppe ja nicht so groß war, konnte Lisa auch den Damen, die etwas verpasst hatten immer nochmal zeigen, worum es vorher gegangen war. Als nächstes posierte man im Bleistiftrock. Schon naturgemäß setzt dieser ja Hüfte und Taille in Szene und mit kleinen aber feinen Tricks kommt das dann genauso gut auf dem Foto rüber. Wichtig dabei: Knie zusammen, Rücken und Schultern gerade, die Hand nie an der Hüfte, sondern wirklich in der Taille abstützen. Auch beim Gehen sollte frau diese Punkte beherzigen – auch wenn diese Rockform vielleicht dank Strech und heutigen Schnitten vermeintlich bequemer ist, ein Bleistiftrock ist keine Jogginghose und das sollte man auch beim Tragen in seiner Haltung beachten.

Das Posieren im Petticoat wiederum bringt andere Erfordernisse mit sich. Hier geht es nicht um den Hüftschwung zur Seite, sondern nach vorne, damit das Schwingen des Rocks auch schön zur Geltung kommt. Beim Tragen eines Petticoats geht es also vor allem um die richtige Bewegung. Die am Anfang erlernte "Tänzerpose" begegnete uns auch hier wieder, außerdem gab es Drehungen zu üben, die einfacher auszuführen sind, wenn man nicht daran denkt, das man gerade eine Drehung übt. Wichtig hierbei ist auch die Art und Weise wie man den Rocksaum hält, was uns gleich zum nächsten Thema führte: die Handhaltung. Die Hände eines Pin Up Models haben demnach quasi nur zwei Finger:– Daumen und Zeigefinger, mit denen alles getragen, gehalten und präsentiert wird. Dabei ist es wichtig jeweils die schmalen Handseiten zu zeigen und nicht die Flächen.

Eine gute Figur im Liegen zu machen zeigte uns Lisa auch noch:– die typische Strandpose, seitlich auf der Hüfte liegen. Wichtige Fragen hierbei: Wie wirken meine Beine länger, wie kaschiere ich Speckröllchen und wie bekomme ich es hin, dabei entspannt auszusehen. Andere Liegeposen, wie man es von den Pin ups kennt, mit Beinen in der Luft etc. sind Teil des Fortgeschrittenen-Workshops, ebenso wie gemeinsames Posieren, was mich persönlich auch noch interessiert hätte. Zwischendrin gab es leckere Cupcakes, die man eigens für uns bestellt hatte. Die waren auch eine gute Grundlage für die seelische und moralische Vorbereigung auf das finale Foto. Was zieh ich nun an? Welche Pose nehme ich ein? Wie setze ich das eben gelernte gut um? Das waren die Fragen die uns wohl so bewegten wärend wir darauf warteten, dass Lisa eine Dame nach der anderen ablichtete.

Eine willkommene Ablenkung waren da die Benimm-Bücher aus den 50ern, die Angie in ihrem Laden herumliegen hatte. Als ich nun endlich dran war mit fotografiert werden wusste ich gar nicht so recht, was tun. Trotzdem schaffte es Lisa innerhalb von gefühlt 5 Minuten ein paar echt gute Bilder zu schießen. Das Ergebnis sehen Sie hier:

Fazit: Oma hatte doch recht – Haltung ist alles. Gerade wenn man modelt ist das Bewusstsein dafür sehr wichtig. Auch wichtig ist, dass man eine Vorstellung von dem hat, was man verkörpern möchte. Je nachdem in welche Schublade die Klamotte passt, in der man gerade steckt, sollte man sich auch bewegen. Übung ist dabei natürlich unerlässlich. Aber man kann als Modell noch so viel üben und Haltung bewaren – auch der Fotograf trägt wesentlich dazu bei, ob ein Bild gelingt oder nicht. Das klingt ziemlich banal, aber wer schonmal mit Fotografen gearbeitet hat, die zum Beispiel nicht besonders viel kommunizieren, weiß wie wichtig es ist, dass alle vorher über die Idee vom Ergebnis gesprochen haben. Vielen Dank an Lisa, Eliza und Angie für einen lehrreichen Sonntag, der viel Spaß und Lust auf mehr gemacht hat!

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Kommentare

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